Die kommunale Galerie Nord ist in Berlin-Moabit ein wichtiger Standort für eine öffentliche Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst und Kultur. Sie ist Teil des kommunalen Galerienverbundes im Bezirk Mitte und Mitglied im Arbeitskreis Kommunaler Galerien Berlin.
Seit ihrer Gründung 1951 als kommunaler Ausstellungsort des Bezirksamts Tiergarten hat sich die Galerie Nord kontinuierlich weiterentwickelt. Standortwechsel, institutionelle Umstrukturierungen und wechselnde Kooperationsmodelle waren dabei stets Teil einer produktiven Beziehung zwischen Kontinuität und Erneuerung. Der Umzug in die Turmstraße 75 im Jahr 1995 und die Fortführung als Galerie Nord seit 2004 markieren wichtige Etappen dieser Entwicklung. Von 2004 bis 2025 wurde die Galerie im kooperativen Regiemodell gemeinsam mit dem Kunstverein Tiergarten e.V. betrieben – eine Phase, die von kollektiven kuratorischen Ansätzen und einer starken Vernetzung in die Berliner Kunstlandschaft geprägt war.
Mit der räumlichen Neuordnung wird die Galerie Nord bewusst in zwei eigenständig agierende Bereiche überführt: Studio | Galerie Nord und parallelgesellschaft × Galerie Nord. Die Teilung fungiert dabei als Öffnungsprozess, der unterschiedliche institutionelle Modelle sichtbar macht und gleichzeitig vernetzt. Diese Neuausrichtung ist Ausdruck einer bewussten Öffnung eines Kunststandortes für Beteiligung und kulturelle Mitsprache.
Seit April 2026 übernimmt das Künstler*innenkollektiv parallelgesellschaft den Ausstellungsbetrieb eines Teils der Flächen der Galerie Nord. Das Programm wird durch parallelgesellschaft eigenständig gestaltet und betrieben.
Das Studio | Galerie Nord versteht sich als experimenteller Projektraum im Netzwerk der kommunalen Kunstorte in Mitte. Über ausgeschriebene Open Calls und ein juriertes Verfahren werden Künstler*innen, Kurator*innen und Kunstvermittler*innen durch den Fachbereich eingeladen, Ausstellungsprojekte einzureichen. In Gruppen- und Einzelausstellungen setzt sich die Galerie mit sozialen und kulturellen Gegenwartsprozessen auseinander und positioniert sich dabei im Dialog mit aktuellen künstlerischen Praktiken.